Sudetenbote

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Siedlungsgebiete der Deutschen in Boehmen, Maehren und Sudeten Schlesien

Willkommen zur Internet-Webseite des Sudetenboten. Sie wurde zusätzlich zur von Willi Wanka 1964 in Kanada gegründeten und heute von Hans Mirtes in Frontenhausen herausgegebenen Druckausgabe des Sudetenboten geschaffen, um Informations- und Gedankenaustausch im Sinne der Interessen, Ziele und Aufgaben der 1945-1947 entrechteten, enteigneten und vertriebenen Sudetendeutschen Volksgruppe zu fördern.

 

Der Sudetenbote unterstützt eine Europäische Union, in der alle Menschen, Volksgruppen und Völker gleichberechtigt in Frieden, Freiheit und Wohlstand miteinander leben können, im Sinne der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Konventionen über Bürger- und Menschenrechte, einschliesslich des Rechts auf Heimat. Aus diesem Grund verurteilt er die Existenz und Anwendung von Rassengesetzen, wie die in Tschechien und in der Slowakei noch immer geltenden Beneš-Dekrete, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Entrechtung, Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen führten. Der Sudetenbote fördert den Versuch einer Wiedergutmachung des an den Sudetendeutschen begangenen Unrechts.


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Monday, August 17, 2009

Jubilaeum?!

"Warum ist keiner aus Deutschland gekommen?" fragte mein Heimatfreund Richard Gebhart aus Peterswald, als ich ihn vorige Woche in der Sudetensiedlung Tomslake in Kanada besuchte. Seine Frage bezog sich nicht auf seinen 90. Geburtstag, den er am 2. August feierte, sondern auf die Tatsache, dass die Sudetengemeinde(n) in Deutschland und Österreich, und die Europäische Union für Vertriebene und Flüchtlinge in Triest, den 70. Jahrestag seiner Flucht vor der Gestapo und Auswanderung nach Kanada zu ignorieren b eliebten, ganz im Sinne der Verleumdungsschrift "Kanadas Sudetendeutsche", die Fritz Wieden im Auftrag und mit Finanzierung des Archivs der Seligergemeinde 1984 verfasst hat.

 

Vor 20 Jahren war das noch anders. Damals ehrten sowohl der Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft (Franz Neubauer) als auch der Vorsitzende der Seligergemeinde (Volkmar Gabert), zusammen mit vielen anderen Würdenträgern aus dem In- und Ausland, Kanadas Sudetensiedler durch ihre Teilnahme am 50. Jubiläum ihrer Einwanderung. Gabert schrieb darüber in der 1995 von der Seliger Gemeinde herausgegebenen Broschüre "Wir wollten nicht mit den Massen irren - Die sudetendeutschen Sozialdemokraten von der Verteidigung der Republik bis zu ihrer Vertrreibung":

 

"In Kanada führten zwei grosse Eisenbahngesellschaften den Transport der Auswanderer von den Häfen bis zu den Ansiedlungsorten durch. Die sudetendeutschen Sozialdemokraten liessen sich in Saskatchewan und im Peaceriver Gebiet in British Columbia nieder. Die Züge fuhren bis zum Ende der Geleise. Dort blieben die Waggons noch für eine längere Zeit stehen und dienten den Ankömmlingen als erste Unterkunft. Mit der Zeit sollten dann Land urbar gemacht und Blockhäuser gebaut werden. Es ist nicht überraschend, dass bei der Durchführung dieser Ansiedlungsaktion erhebliche Schwierigkeiten auftauchten, da viele der Siedlungswilligen nicht aus handwerklichen Berufen oder der Landwirtschaft kamen, sondern Industriearbeiter, Partei- und Gewerkschgaftsfunktionäre oder Abgeordnete waren. Trotzdem gelang es 1.150 sudetendeutschen Sozialdemokraten, sich in den erwähnten Gebieten anzusiedeln.

 

Wer heute mit diesen Siedlern spricht, kann erfahren, wie knochenhart die ersten Jahre für sie waren. Sie schafften es dennoch, und noch heute stehen Zeugnisse ihrer Arbeit. Sie gründeten eigene Ortschaften und bauten Krankenhäuser und Altenheime. Sie bildeten Genossenschaften und leisteten harte Arbeit, um über die Runden zu kommen. Am besten kann man dies beurteilen, wenn man die Gegend um Dawson Creek in British Columbia besucht. Dort siedelten und arbeiteten die sudetendeutschen Sozialdemokraten auf allen Höhen und in allen Tälern. Ein Teil der Stadt Dawson Creek wurde von ihnen aufgebaut, und Tomslake ist eine Gemeinde, die ganz durch die sudetendeutschen Siedler entstand. Heute noch kann man den würdig gestalteten Friedhof und die Kirche, die in Art eines Blockhauses gebaut worden ist, besichtigen. In der ersten dort aufgebauten Schule befindet sich heute ein kleines Museum."

 

1939 siedelten 525 sudetendeutsche Sozialdemokratend im Peace River Gebiet, um Gefangennahme, Folter oder Tod zu vermeiden. Von ihnen leben heute schätzungsweise noch 47 im Alter zwischen 74 und 96 Jahren, über ganz Kanada verstreut. Die meisten der Toten fanden auf dem Sudetenfriedhof in Tomslake ihre letzte Ruhe. Beim Gang über den kleinen Friedhof mit Richard Gebhart und Werner Tschiedel erfährt man so manche zu Herzen gehende Geschichte über das Schicksal des/der einen oder anderen, die dort begraben sind. Sie alle sind es wert, unvergessen zu bleiben.

 


6:23 pm pdt          Comments


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