Sudetenbote

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Siedlungsgebiete der Deutschen in Boehmen, Maehren und Sudeten Schlesien

Willkommen zur Internet-Webseite des Sudetenboten. Sie wurde zusätzlich zur von Willi Wanka 1964 in Kanada gegründeten und heute von Hans Mirtes in Frontenhausen herausgegebenen Druckausgabe des Sudetenboten geschaffen, um Informations- und Gedankenaustausch im Sinne der Interessen, Ziele und Aufgaben der 1945-1947 entrechteten, enteigneten und vertriebenen Sudetendeutschen Volksgruppe zu fördern.

 

Der Sudetenbote unterstützt eine Europäische Union, in der alle Menschen, Volksgruppen und Völker gleichberechtigt in Frieden, Freiheit und Wohlstand miteinander leben können, im Sinne der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Konventionen über Bürger- und Menschenrechte, einschliesslich des Rechts auf Heimat. Aus diesem Grund verurteilt er die Existenz und Anwendung von Rassengesetzen, wie die in Tschechien und in der Slowakei noch immer geltenden Beneš-Dekrete, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Entrechtung, Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen führten. Der Sudetenbote fördert den Versuch einer Wiedergutmachung des an den Sudetendeutschen begangenen Unrechts.


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Sunday, October 11, 2009

"Aussiedlung" oder "Vertreibung"?

Wiederholt ist zu beobachten, dass die "Vertreibung" der ca. 12 Millionen Ostdeutschen und der ca. drei Millionen Sudetendeutschen nach 1945 mit dem Ausdruck "Aussiedlung" umschrieben wird.

"Aussiedlung musste die DDR die Vertreibungen der Deutschen durch ihre sozialistischen "Bruderländer" Volksrepublik Polen und CSSR nennen. Die ostdeutschen und sudetendeutschen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen haben keinen Grund, die millionenfachen Verbrechen gegen Völkerrecht und Menschenrechte mittels "Aussiedlung" zu beschönigen.

Die über zwei Millionen Toten - misshandelt, entkräftet, umgebracht - verdienen die historische Wahrheit und persönliche Gerechtigkeit. Neben Todesopfern in der eigenen Familie bzw. Verwandtschaft erschüttert mich bis heute am meisten ein Dokument, das eine deutsche Rot-Kreuz-Schwester im niederschlesichen Namslau (polnisch Namyslow) beeidet hat: "Fünfzig Säuglinge - erfroren."

Eine Schlussbemerkung: Als Slawist für die Welt des europäischen Ostens aufgeschlossen, als Historiker mit den Vertreibungsverbrechen durch Polen und Tschechen sowie Slowaken hinreichend vertraut, als Flüchtling in Neumarkt die dritte "Heimat" gefunden, frage ich mich: Warum bringen es die EU-Mitgliedstaaten "Republik Polen" und "Tschechien" bzw. "Slowakei" als moderne, demokratische Nachfolgestaaten ihrer sozialistischen Vorgängerstaaten nicht fertig, die unrühmliche Vergangenheit ihrer sozialistischen Vorgängerstaaten aufzuarbeiten?

Schliesslich sind Deutsche wie Polen wie Tschechen und Slowaken demokratische EU-Mitgliedstaaten mit einer gemeinsamen Zukunft.

Georg Jüttner, Neumarkt-Holzheim.

9:41 am pdt          Comments

Monday, October 5, 2009

Aussig und Lidice

Am 31.Juli 2009 veranstaltete die Stadt Aussig/Usti nad labem eine Gedenkfeier auf der Elbebrücke aus Anlass des 64. Jahrestags des Massakers an deutschen Aussigern. Dabei hielt Bürgermeister Kubata eine beachtenswerte Rede, die einiger Ergänzungen bedarf.

 

Kubata versuchte, die von „sudetendeutschen Propagandisten“ gebildete Legende vom „sudetendeutschen Lidice“ zu widerlegen, weil „das Aussiger Massaker am 31.7.1945 ... unmöglich ... mit den Gewalttaten der Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg gleichgestellt (werden kann, da) diese Verbrechen ... durch staatliche Behörden des Deutschen Reiches stattgefunden (haben) und ... in verbrecherischer Ideologie des nazistischen Regimes durchgeführt (wurden).“ Bereits im nächsten Satz widerspricht er sich selber: „An den Gewalttaten in Aussig beteiligte sich nachweislich die tschechische Armee als Machtorgan des Staates.“ Verteidigungsminister war damals Ludvik Svoboda, Nachfolger von Sergej Ingr, der bereits als Exilant in London den Schlachtruf „Schlagt sie, tötet sie, lasst keinen am Leben!“ prägte, dem der tschechische Pöbel, vom tschechischen Staat dazu aufgefordert und unterstützt, willig und widerspruchslos folgte.

 

Später in seiner Rede fragt Kubata „Warum sollen wir der tragischen Ereignisse auf der Benes Brücke ... nach 64 Jahren gedenken, wenn von den Zeitzeugen schon niemand mehr lebt und von der jetzigen Generation niemand Schuld und Verantwortung trägt?“ Solch Fragestellung ist trügerisch. Die heutige Generation der Tschechen trägt Verantwortung für die fortdauernde Existenz der Benes-Dekrete, die dem tschechischen Mob damals die Morde nahe legten und ihnen Straffreiheit garantierten. Erst vor fünf Jahren haben die tschechischen Parlamentarier unter dem inzwischen zum Staatsoberhaupt avancierten Parlamentspräsidenten Klaus die als Benes Dekrete bekannten Rassengesetze ohne Gegenstimme für „unabänderlich und unantastbar“ erklärt. Diese Abgeordneten wurden von der tschechischen Bevölkerung in der tschechischen Demokratie frei und geheim gewählt. Demoskopische Umfragen beweisen immer wider, dass die Mehrheit der Tschechen den sudetendeutschen Völkermord, zu dem das Aussiger Massaker gehört, gut heissen.

 

Es ist erstaunlich, dass 64 Jahre vergehen mussten, bis die tschechische Verwaltung Aussigs das Massaker vom 31. Juli 1945 anerkannte. Es ist unfassbar, dass Rassengesetze von damals, die zu dem Massaker führten, in Tschechien zur Unsterblichkeit erhoben wurden.

 

Rudolf  Pueschel, Mountain View/USA

 

11:56 am pdt          Comments


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