Sudetenbote

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Siedlungsgebiete der Deutschen in Boehmen, Maehren und Sudeten Schlesien

Willkommen zur Internet-Webseite des Sudetenboten. Sie wurde zusätzlich zur von Willi Wanka 1964 in Kanada gegründeten und heute von Hans Mirtes in Frontenhausen herausgegebenen Druckausgabe des Sudetenboten geschaffen, um Informations- und Gedankenaustausch im Sinne der Interessen, Ziele und Aufgaben der 1945-1947 entrechteten, enteigneten und vertriebenen Sudetendeutschen Volksgruppe zu fördern.

 

Der Sudetenbote unterstützt eine Europäische Union, in der alle Menschen, Volksgruppen und Völker gleichberechtigt in Frieden, Freiheit und Wohlstand miteinander leben können, im Sinne der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Konventionen über Bürger- und Menschenrechte, einschliesslich des Rechts auf Heimat. Aus diesem Grund verurteilt er die Existenz und Anwendung von Rassengesetzen, wie die in Tschechien und in der Slowakei noch immer geltenden Beneš-Dekrete, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Entrechtung, Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen führten. Der Sudetenbote fördert den Versuch einer Wiedergutmachung des an den Sudetendeutschen begangenen Unrechts.


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Monday, December 14, 2009

EIN TRAUERSPIEL

Es begann mit der erfreulichen Meldung, daß die Bundesregierung beschlossen habe, eine Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" einzurichten - als Ergebnis langjähriger Bemühungen des BdV­ Bundesverbandes und seines "Zentrums gegen Vertreibungen". Im Beirat der Stiftung wurden dem BdV drei Plätze eingeräumt, für die er Personen benen­nen sollte. Aber siehe da. Eine der Per­sonen, nämlich die BdV-Präsidetin Erika Steinbach, war den Polen nicht genehm, und nicht wenige deutsche Politiker, vor allem aus dem linken Spektrum, sprangen sofort auf diesen Zug auf und forderten ebenfalls, daß Erika Steinbach draußen bleiben müsse.

Das BdV-Präsidium gab klein bei und verzichtete auf eine Nominierung seiner Präsidentin, ließ aber ihren Platz de­monstrativ unbesetzt - wohl in der Hoff­nung, nach der Bundestagswahl würde sich alles zum besseren wenden. Der Wahlausgang ließ das auch hoffen - bis der neue deutsche Außenminister ent­gegen früherer Äußerungen plötzlich entdeckt, daß er nicht nur deutsche, sondern auch polnische Interessen zu vertreten habe. "In der Causa Steinbach lief früher Polen Amok. Das übernimmt nun der deutsche Außenminister", formu­lierte Berthold Kahler in der F.A.Z.

 

Das BdV-Präsidium verzichtete erneut auf eine förmliche Benennung seiner Präsidentin. Bundeskanzlerin Angela Merkel schwieg bis auf ein paar allge­meine Floskeln vornehm zu allem, und Erika Steinbach appellierte an die Regie­rung, über Weihnachten doch zur Ein­sicht zu kommen.

 

Und jetzt? Egal, wie die "Causa Stein­bach" nun ausgeht, beschädigt sind alle: Westerwelle hat sich völlig unmöglich und unglaubwürdig gemacht, die Kanzle­rin erscheint als führungs- und entschei­dungsschwach oder -unwillig, und der BdV ist als das vorgeführt worden, was er ist: politisch unbedeutend und absolut machtlos.

 

Alles in allem - ein Trauerspiel.

Horst Löffler

2:42 pm pst          Comments

Saturday, December 5, 2009

Rueck- und Ausblick

Sehr geehrter Herr Botschafter,    

 

Wie Sie wissen, habe ich an der Veranstaltung im GOETHEINSTITUT von Barcelona am 9.11.09  anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums vom Mauerfall teilgenommen.

Es war mir eine Ehre, Sie kennen zu lernen; nicht nur weil ich schon seit 40 Jahren in Spanien ansässig bin und nie einem so hohen tschechischen Amtsinhaber begegnet bin, sondern auch in meiner Eigenschaft als DELEGIERTER DER SUDENTEN IN SPANIEN der SUDETENDEUTSCHEN LANDSMANNSCHAFT mit Hauptsitz in München.   

 

Sie überraschten uns und die anderen Anwesenden auf dieser Feier mit Ihrer - allem Anschein nach , und wie uns später bestätigt wurde, nicht geplanten - Intervention, für die Sie, nach erfolgtem Podiumsgespräch mit den Generalkonsulen aus  Barcelona, den USA, Russland, Frankreich und den Gastgebern des Goethe Instituts, für nur fünf Minuten das Wort erbaten.
Ihre Rede, die dann gut 15 Minuten dauerte, glich den Ansprachen von den damaligen Anführern kommunistischer Parteien. Sie lobten vor allem Tschechien und die großartige “Geste” des Präsidenten Klaus, der kürzlich als Letzter den Vertrag von Lissabon unterschrieb; übrigens ein authentisches Eigentor, wie die Geschichte beweisen wird und ein Zeichen von schlechtem Gewissen wegen der Enteignung und der Vertreibung (echter Rassismus) mehrerer Millionen Sudetendeutschen und Ungaren, sowie die zynisch durchgeführte Instrumentalisierung der Gräueltaten, die trotz eines 800 Jahre anhaltendem, oftmals sehr fruchtbarem Zusammenlebens danach 6 Jahre lang in ihrem Land begangen wurden.
Wenn ich mich nicht täusche, erwähnten Sie nur mit einem einzigen Satz den Grund der Feier und das auf indirekte Weise, als Sie sagten, dass Deutschland der tschechischen Regierung dankbar sein könne, weil diese sich
1989 in Prag nicht einmischte, als viertausend Deutsche in der deutschen Botschaft Zuflucht gesucht hatten.

Sie wissen ganz genau, dass die tschechische Miliz aufgrund des international ausgeübten Drucks und dem letzten gegebenen OK aus Moskau nicht eingriff. Diese Miliz, die schon am 4. März 1919 das Feuer auf eine Menschenmenge von sudetendeutschen Demonstranten eröffnete, welche auf demokratische Weise auf vielen Plätzen von Böhmen eine Annexion an Österreich forderten, weil sie nicht ein Teil des neuen CSR-Staates sein wollten, wobei 54 von den Demonstranten getötet wurden.
Dies war übrigens der Grund, dass, als sich die Gelegenheit bot, eine überwältigende Mehrheit nicht mehr zu einem Staat gehören wollte, der sie schlecht behandelte; was außerdem
1938 in München von den Engländern und Franzosen bestätigt wurde. http://cs.wikipedia.org/wiki/Druh%C3%A1_republika  Siehe Lord Runciman, der die Regionen von den Sudeten im Sommer 1938 besuchte und sich vergewissern konnte, dass diese hauptsächlich von deutschsprachigen Einwohnern besiedelt waren (außer einigen tschechischen Beamten, die 1919 aus dem Zentrum von Böhmen und Mähren gekommen waren) und dass die Einwohner nicht mehr in diesem Staat, aus bekannten Gründen, deren Erklärung eine unendlich lange Mail bedeuten würde, leben wollten.   

 

Als logische Konsequenz all dessen wäre es mehr als gerecht, mir die Gelegenheit zu bieten auf einer ähnlichen Feier in Ihrer Botschaft, eine Rede in Eigenschaft meines Amtes als Delegierter der Sudetendeutschen halten zu können, wo ich auch 15 Minuten lang frei sprechen möchte.
Währenddessem würde ich natürlich nicht nur auf die kriminellen Benes-Dekrete oder auf das Gesetz, das alle Gräueltaten, die vom Pöbel begangen wurden, der die Häuser von den Sudetendeutschen leerte, unbestraft ließ, Bezug nehmen, sondern auch darauf, dass die Staaten, wie Polen und Tschechien, die die Vertreibung der Einwohner vornahmen, die großen Gewinntragenden vom Mauerfall sind, da Osteuropa hierdurch befreit wurde und eine Industrie aufbauen konnte, die einen gewissen Wohlstand ermöglicht, dank all den fleißigen und gutausgebildeten Arbeitern aber auch auf Grund von Milliarden an Euro, die die deutsche Industrie und die staatlichen Zuschüsse aus Brüssel aufgewendet haben und unter denen sich auch das Geld von den sudentendeutschen Steuerzahlern befindet, die bis heute von einem demokratisch gewählten tschechischen Parlament gedemütigt werden indem man die kriminellen Benes-Dekrete nicht aufhob.
Das genaue Gegenteil geschah: Sie wurden letzten Endes noch durch die Sonderverordnung von der EU unterstützt, die Tschechien zu einem Gebiet zweiter Klasse stempelt, im Vergleich zu den Vorgangsweisen von den zivilisierten Ländern, ein Resultat des bereits zuvor erwähnten “Eigentors” vom Präsidenten Klaus.

Ich hoffe, dass Sie für ein “Fairplay” sind und mich zu dieser Feier als Redner/Vortragender einladen. (Das könnte zum Beispiel am nächsten   28.10.2010, dem Jahrestag der Ersten Republik, sein, wo das Versprechen abgegeben wurde, diesen Staat in eine Demokratie zu verwandeln, die sich die Schweiz zum Vorbild nehmen würde. (Ich jedenfalls notiere dieses Datum in meinem Terminkalender) Und falls bei Ihnen eine Feier stattfindet, komme ich einfach

 

Außerdem werde ich eine Kopie von diesem Brief an den Berichterstatter von LA VANGUARDIA, den ich persönlich kenne und der diese Themen behandelt, weiterleiten. Auf die gleiche Weise werde ich, soweit es Ihnen recht ist, auch mit Ihrer Rückantwort vorgehen.   

 

Des Weiteren werde ich diesen Brief auch in deutscher und tschechischer Sprache über mehrere elektronische Kommunikationsmittel und Druckereien, sowohl in Tschechien als auch in Deutschland, veröffentlichen lassen, sowie ich es vor kurzem mit einem Leserbrief bezüglich des Präsidenten Klaus (siehe Anlage) durchführte.
Auch füge ich diesem Dokument einen weiteren Brief im gleichen Sinne von meinem Freund, Herrn Dr. Pueschel aus Kalifornien bei, der an den Präsidenten des Europarats gerichtet ist.    

 

Ich hoffe, dass wir auf diese Weise einen authentischen Dialog führen können, in dem “nichts unter den Teppich gefegt wird”, weder die Gräueltaten, die im Namen Deutschland unter der Regierung eines Tyrannen, begangen wurden, z. B. in Lidice und anderen Orten, ohne aber auch die zahlreichen sudentendeutschen Widerstandskämpfer zu vergessen, die gegen das Hitlerregime ankämpften und die eine viel größere Anzahl darstellten, als der Durchschnitt im damaligen großen Deutschland. Ein Beispiel hierfür ist der Sozialdemokrat Wenzel Jaksch, der wie Benes nach London ins Exil ging.
Eines Tages müsste in Tschechien eine Selbstreinigung in Bezug auf die massive Kollaboration mit den Besatzungstruppen während dieser Epoche, beginnen.    

Ich bin jedenfalls sehr stolz auf das Land, das wir jahrzehntelang hatten und wir führen diesen Selbstreinigungsprozess in allen Gesellschaftsschichten weiter durch, was von allen objektiven Zeitgenossen bestätigt wird.   

 

In der Tat fangen wir an uns ohne Tabus zu begegnen, sowie man größtenteils durch Jahrhunderte zur Erreichung von positiven Ergebnissen für alle Beteiligten vorgangen ist. Ich nehme die Gelegenheit wahr, Sie zu grüßen und verbleibe      

 

hochachtungsvoll

 

Fred Hoffmann, Barcelona

 

10:36 am pst          Comments

Versoehnung

Versöhnung mit Polen

 

(Zu „Weiter Streit um Steinbach“, FAZ ,11.11.09, S. 5)

Die Fülle der Fehler, die dieser Regierung gleich am Anfang unterlaufen, ist mehr als bestürzend. Da beschließt man also den Besucherreigen außenministeriell in Warschau zu beginnen, wo man sich auch entsprechend geehrt fühlt. Anstatt diese Situation diplomatisch zu nutzen und Polen mit der Realität vertraut zu machen, dass Frau Steinbach wirklich nicht das Monster ist, auf das viele in Polen Hexenjagd machen, führt der neue Chefdiplomat im Außenamt einfältig vor, dass er nicht einmal über den Begriff „Versöhnung“ nachgedacht hat. Versöhnung kann in dem Zusammenhang gewiss nicht bedeuten, dass sich im Museum in Berlin die Mythologie polnischer Zeitgeschichtsvorstellung zur Freude einiger polnischer – und auch deutscher – Besucher 1 zu 1 abgebildet findet. Versöhnung, wenn dieser Begriff da überhaupt einen Sinn haben soll, kann nur bedeuten, dass damit das Streben – wenigstens – nach Wirklichkeit und Wahrheit immanent verknüpft ist. Wie Außenminister Westerwelle solche Versöhnung gegen die Vertriebenen erreichen will, ist sein Geheimnis.

Was diesen Fauxpas noch bestürzender macht, ist die Tatsache, dass der Begriff Versöhnung, eingespannt in die Argumentation des Außenministers, gleich diskreditiert wird. Dabei ist er doch der heikelste in der Trias der Begriffe „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, die das Museum beschreiben und ausmachen.

Eigentlich hätte Außenminister Westerwelle die Übernahme des Amtes leichter fallen müssen; denn er ist seit Anfang in Berlin und schon lange in Bonn dabei gewesen. Deshalb hätte er um die gültigen Worte wissen können, mit denen Vaclav Havel bereits am 15.3.1990 unseren Bundespräsidenten am Hradschin in Prag begrüßte: „Wir müssen uns alles sagen, so schwer es auch immer sein mag.“ Das gilt sicher auch für die Verständigung mit Polen. Unser neuer Außenminister hätte mit etwas mehr diplomatischem Geschick vielen Polen helfen können, endlich auf diesen Pfad zu finden und gleichzeitig weniger innenpolitisches Porzellan zerschlagen.

 

Gerolf Fritsche, Offenbach

10:34 am pst          Comments


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