Sudetenbote

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Siedlungsgebiete der Deutschen in Boehmen, Maehren und Sudeten Schlesien

Willkommen zur Internet-Webseite des Sudetenboten. Sie wurde zusätzlich zur von Willi Wanka 1964 in Kanada gegründeten und heute von Hans Mirtes in Frontenhausen herausgegebenen Druckausgabe des Sudetenboten geschaffen, um Informations- und Gedankenaustausch im Sinne der Interessen, Ziele und Aufgaben der 1945-1947 entrechteten, enteigneten und vertriebenen Sudetendeutschen Volksgruppe zu fördern.

 

Der Sudetenbote unterstützt eine Europäische Union, in der alle Menschen, Volksgruppen und Völker gleichberechtigt in Frieden, Freiheit und Wohlstand miteinander leben können, im Sinne der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Konventionen über Bürger- und Menschenrechte, einschliesslich des Rechts auf Heimat. Aus diesem Grund verurteilt er die Existenz und Anwendung von Rassengesetzen, wie die in Tschechien und in der Slowakei noch immer geltenden Beneš-Dekrete, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Entrechtung, Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen führten. Der Sudetenbote fördert den Versuch einer Wiedergutmachung des an den Sudetendeutschen begangenen Unrechts.


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Friday, January 29, 2010

Die Tschechoslowakei-Der Staat der Versagte

Mary Heimann: Czechoslovakia-The State That Failed/Die Tschechoslowakei-Der Staat der versagte, 406 Seiten, ISBN 978-0-300-14147-4, Yale University Press (in Englisch).

 

Das Buch ist ein Nachruf auf die Erste Tschechoslowakische Republik (1918-1938), die Erste Tschechische Republik (1938-39), das Protektorat Böhmen und Mähren (1939-45), die Zweite Tschechoslowakische Republik (1945-48), die Tschechoslowakische Sozialistische Volksrepublik (1948-89), und die Tschecho-Slowakische Föderative Republik (1989-92). Mary Heimann (eine Amerikanerin, die an der Universität Strathclyde in Schottland lehrt) räumt auf mit dem Mythos des Staates der, mit tiefen humanen, liberalen und demokratischen Wurzeln ausgestattet, zweimal schmählich betrogen wurde: 1938 von seinen westlichen Verbündeten und 1968 von seinen sozialistischen Bruderstaaten; der von nationalsozialistischem und kommunistischem Unheil getroffen wurde als wären sie Unglücksfälle, ähnlich Naturkatastrophen, die unabwendbar waren; dessen Feinde - im besonderen 'die Deutschen', aber auch 'die Ungarn' und 'die Polen' - schattenhafte Gespenster mit unerklärlichen Motivationen sind; in dem Ruthenen, Juden und Romas kaum existierten.

 

Mary Heimann sieht die Tschechoslowakei als nichts anderes als einen Betrug, bereits in ihrer Gründung, aber auch in ihrer Zusammensetzung und ihrem liberalen Ruf. Tomas Masaryk (ein Deutscher dessen Ehrgeiz ihn zu einem Tschechen wandelte) und Benesch tricksten die "Friedensstifter von 1919" zur Gründung ihres neuen Staates, in dem nur zwei von fünf existierenden Volksgruppen die Macht ausüben durften, die die Interessen aller anderen ignorierten, insbesondere jene der Deutschen (die den Slowaken zahlenmässig und kulturell überlegen waren) und der Ungarn. Die ungerechte Behandlung der Sudetendeutschen führte schliesslich zum Ende der ersten tschechoslowkischen Republik.

 

Die Autorin beklagt Intoleranz, Zensur und Willkür in der Vorkriegstschechoslowakei, und Antisemitismus und Autokratie nach München. Leider unterschlägt sie die Versuche der sudetendeutschen Aktivisten, insbesondere der Jungaktivisten, für eine Zusammenarbeit mit der Regierung, um München zu vermeiden.  Die deutsche Besetzung des Landes 1939 erfolgte ohne wesentlichen Widerstand. Heimann schildert das diplomatische Maneuvrieren der exilierten tschechischen Politiker, namentlich Beneschs und Jan Masaryks, als eine Mischung von Tücke und westlicher Einfältigkeit. "Wie sonst", fragt sie, konnte eine Clique von Versagern eine legitime Exilregierung gründen?"

 

Die drei Nachkriegsjahre vor dem kommunistischen Staatsstreich beschreibt sie als Schreckenszeit rassischer Rachsucht. Schuldige und unschuldige Deutsche waren Raub, Vergewaltigung und Vertreibung gleichermassen ausgesetzt. Die Ereignisse in Brünn zu Fronleichnam 1945 und in Aussig am 31. Juli 1945, zum Beispiel, werden eindrucksvoll geschildert. Die Opferzahlen erscheinen allerdings zu gering zu sein; offenbar sind sie offiziellen tschechischen Quellen entnommen. Die Kommunisten gründeten dann 1948, allerdings mit Hilfe eines grossen Teils der Bevölkerung und ohne grossen Widerstand der Regierung, die "stalinistische Hölle".

 

Für Heimann ist der "Prager Frühling" 1968 nicht der bewundernswerte Versuch, dem Sozialismus ein menschliches Antlitz zu verleihen, sondern ein Nebenprodukt von Zwistigkeiten innerhalb der kommunistischen Partei. Auch die "Samtene Revolution" von 1989, so argumentiert sie, war nicht mehr als eine Beschleunigung von Ereignissen, die bereits vorgeplant waren. Vaclav Havel gesteht sie moralischen Mut, aber auch "eine idiosynkratische Art von Ehrgeiz"zu, der den Westen dazu verführte, die nach-kommunistische Tschechoslowakei zu wohlwollend zu betrachten. Wie dem auch sei, drei Jahre später war es zu Ende mit der Tschecho-Slowakei, deren gekünstelte Existenz viel Unheil über ihre Minderheiten gebracht hat.

 

Von den amerikanischen Historikern - Alfred de Zayas, Norman Naimark, Eagle Glassheim, Chad Bryant, Patrick Buchanan, und jetzt Mary Heimann - die sich in jüngerer Zeit mit dem sudetendeutschen Völkermord auseinandersetzten, hinterlässt Heimann den stärksten Eindruck, ausgenommen de Zayas. Sie hat ein nützliches Buch geschrieben. Ihr Verleger bezeichnet es "the most thoroughly researched and accurate history of Czechoslovakia to appear in English", erwiesen durch 1102 Quellenangaben. Das Buch schreit nach einer Revision tschecho-slowakischer Geschichtsschreibung, wie sie bislang in Geschichts- und Schulbüchern zu finden ist. Eine Übersetzung ins Deutsche und Tschechische erscheint dringend notwendig

3:56 pm pst          Comments


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