Sudetenbote

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Siedlungsgebiete der Deutschen in Boehmen, Maehren und Sudeten Schlesien

Willkommen zur Internet-Webseite des Sudetenboten. Sie wurde zusätzlich zur von Willi Wanka 1964 in Kanada gegründeten und heute von Hans Mirtes in Frontenhausen herausgegebenen Druckausgabe des Sudetenboten geschaffen, um Informations- und Gedankenaustausch im Sinne der Interessen, Ziele und Aufgaben der 1945-1947 entrechteten, enteigneten und vertriebenen Sudetendeutschen Volksgruppe zu fördern.

 

Der Sudetenbote unterstützt eine Europäische Union, in der alle Menschen, Volksgruppen und Völker gleichberechtigt in Frieden, Freiheit und Wohlstand miteinander leben können, im Sinne der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Konventionen über Bürger- und Menschenrechte, einschliesslich des Rechts auf Heimat. Aus diesem Grund verurteilt er die Existenz und Anwendung von Rassengesetzen, wie die in Tschechien und in der Slowakei noch immer geltenden Beneš-Dekrete, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Entrechtung, Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen führten. Der Sudetenbote fördert den Versuch einer Wiedergutmachung des an den Sudetendeutschen begangenen Unrechts.


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Friday, July 30, 2010

Erinnerung

 

In diesen Tagen vor 65 Jahren tagte die Potsdamer Konferenz (17. Juli bis 2. August 1945). Die Siegermächte Stalin (Sowjetunion), Churchill (Grossbritannien) und Truman (USA) kamen zur ersten Nachkriegskonferenz zusammen und hielten über Deutschland Gericht. Die Beschlüsse von Potsdam besimmten das Schicksal Deutschlands und wirken teilweise bis heute. Während der Konferenz wurde Churchill durch eine Unterhauswahl in England abgewählt; er wurde durch den Labor-Politiker Attlee ersetzt. Dieser Umstand und die Ahnungslosigkeit der US-Delegation und des US-Präsidenten über die tatsächliche Situation der deutschen Menschen in Mittel- und Ostdeutschland ermöglichte es Stalin, seine Maximalforderungen durchzusetzen. Das Klima der Konferenz war bestimmt durch eine Haltung der Unversöhnlichkeit gegenüber Deutschland.

 

In diesen Tagen vor 65 Jahren starben Tausende von Wehrmachtsangehörigen auf den Rheinwiesen. Im Osten rollten die Züge mit deportierten Deutschen Richtung Sibirien. (Im Sudetenland), in Polen und in den Oder-Neisse-Gebieten begann die brutale Vertreibung der Deutschen bereits vor Konferenzbeginn. Auf dem Balkan begann eine flächendeckende Hatz auf alle Deutschen. Beute machen, Rache üben, Deutschland für eigene Hegemonialbestrebungen versklaven; dieser Geist bestimmte die Siegermächte 1945. Die Deutschen nennen das heute "Befreiung".

 

Potsdam ist überwunden. Russland hat dazu mehr beigetragen als der Westen. Dennoch: Deutschland darf die Hoheit über seine Geschichte nicht aufgeben.

 

Wilhelm v. Gottberg

Preussische Allgemeine Zeitung vom 24. Juli 2010

11:51 am pdt          Comments

Wednesday, July 21, 2010

Billiges Lob für die Charta

 

Verzicht auf jegliche Gewalt, aber nicht auf Recht und Gerechtigkeit: Für die rund 100000 Menschen, die am 5. August 1950 in Stuttgart die "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" proklamierten, wäre dieheutige deutsche Politik unannehmbar gewesen.

Es ist gut, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung das 60-jährige Bestehen der Charta der deutschen Heimatvertriebenen mit einer hochrangig besetzten Podiumsdiskussion in Berlin gewürdigt hat. Bei näherem Hinsehen weniger überzeugend ist allerdings, was dort gesagt wurde. So war es (um nur ein Beispiel zu nehmen) schief, dass Unionsfraktionschef Volker Kauder diese Charta eines der "eindrucksvollsten Dokumente der Versöhnung in der Geschichte der Bundesrepublik" nannte.

Das war sicher gut gemeint, doch die rund 100000 Menschen, die am 5. August 1950 in Stuttgart die Charta verkündet hatten, hätten dennoch keine Freude an diesem Lob gehabt. Denn zum einen ist die Charta weit mehr als eine Sache der deutschen Innenpolitik, zum anderen verstanden ihre Autoren unter "Versöhnung" etwas anderes als Kauder.

Der Charta ging es um die Durchbrechung des Teufelskreises der Gewalt zwischen Deutschen einerseits sowie Polen, Tschechen und anderen Völkern Ostmitteleuropas andererseits. Die Charta auf die Innenpolitik zu reduzieren, über die sie nur wenige Aussagen macht, geht an ihren wichtigsten Zielen und an ihrem Geist vorbei.

Diese erhebliche Ungenauigkeit kommt allerdings nicht von ungefähr. Spätestens seit der im Kern völkerrechtswidrigen "Danziger Erklärung" des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau vom 29. Oktober 2003 betrachten auch eher konservative deutsche Politiker das Thema Vertreibung meist nur noch unter innenpolitischen Aspekten: Wählen die uns noch? Was kostet die Erfüllung ihrer Anliegen und Projekte – gerechnet in Euro und in außenpolitischem Porzellan? Vielleicht müssen Politiker so denken, nur hat es eben nicht mehr viel zu tun mit denAnliegen derer, die 1950 die Charta proklamiert haben.

Sie waren bereit, solange auf ihre Rechte zu verzichten, wie diese mit ausschließlich friedlichen Mitteln nicht durchsetzbar wären. Sie waren aber keineswegs bereit, eine Politik der Anerkennung des durch die Vertreibung geschaffenen Unrechtszustandes mit dem Wort "Versöhnung" zu adeln. Im politischen Berlin und erst recht in Warschau hört und liest man es ungern, aber es bleibt wahr:

Die heute zwischen den Politikern erreichte „Versöhnung“ entspricht dem, was Stalin und Gomulka schon 1950 wollten: Deutschland möge auf alles verzichten, dann ist "Freundschaft" möglich! In dieser Logik war nicht die Vertreibung das große Problem zwischen Deutschland und Polen, sondern die Vertriebenen selbst und ihr Insistieren auf Gerechtigkeit. Oder anders gesagt: Die „Versöhnung“ des Jahres 2010 hätten wir auch 1950 schon haben können.

Das große Anliegen der Charta, das Recht auf die Heimat, ist nicht ansatzweise verwirklicht. Für die heutige deutsche Politik des radikalen Verzichts mag es Gründe geben. Nur sollten ihre Vertreter sich nicht auf die Charta der Vertriebenen berufen – auch nicht indirekt durch wohlfeiles Lob.

Konrad Badenheuer, Preussische Allgemeine Zeitung, veröffentlicht am 07.07.2010

7:55 pm pdt          Comments

Tuesday, July 13, 2010

4:45 pm pdt          Comments

Tuesday, July 6, 2010

"Den deutschen Opfern Aussigs"

stand auf der Schleife eines Kranzes, den Mitglieder des Internationalen Willi-Wanka-Kreises am 26. Mai 2010 auf der Todesbrücke in Aussig aus Anlass des 65. Jahrestages des Pogroms vom 31. Juli 1945 niederlegten. Dabei hielt Gerolf Fritsche (Offenbach) folgende bemerkenswerte Gedenkansprache:

Sehr geehrter Herr Dr. Püschel,

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Liebe Freunde Willi Wankas, die sich hier in seinem Geist versammelt haben,

 

gestatten Sie, dass ich als Schönpriesener einige Worte zu dieser denkwürdigen Stunde am historischen Ort sage. Wir sind versammelt, um der Opfer zu gedenken, die hier der Gewalt der Mörder erlegen sind. Wir gedenken derer,

- die durch die Aussiger Straßen gehetzt wurden und ihren Verfolgern nicht entkommen konnten.

- die ertränkt wurden,

- die am Marktplatz getötet wurden,

- die vor dem Bahnhof erschlagen und erschossen wurden,

- die auf die Brücke getrieben und hier erschlagen und erschossen wurden,

- die in die Elbe geworfen und erschossen wurden,

- die bei der fahrlässig oder absichtlich herbeigeführten Explosion, die die Gewalt entfachte und     anheizte, zu Tode gekommen sind,

- deren sterbliche Überreste in dieser Stadt in irgendwelchen Schachteln lagerten und geben der  Hoffnung Ausdruck, dass sie bald ihren erkennbaren Ruheort finden mögen.

- die die Gewalt dieses Tages erlebt haben und dadurch - obwohl unschuldig - in den Selbstmord getrieben wurden.

- die die Gewalt erlebten, überlebten, aber das Trauma dieses Tages bis an ihr Ende herumtragen mussten oder noch müssen.

- die in dieser Stadt, als es nach der Tat ans Aufräumen ging, noch zu Tode gekommen sind.

 

Meine Damen und Herren im Augenblick dieser Trauer,

schauen wir uns um, sehen wir uns in einem beträchtlichem Häuflein hier an dieser Stelle. Das ist doch erfreulich, wenn man bedenkt, dass jahrzehntelang hier nur einzelne scheu und in ihrer Trauer unerkannt stehen durften. Dass wir uns heute versammeln können, ohne verächtlich gemacht und angegriffen zu werden, danken wir sicher vor allem auch jenen, die heute in der Stadt Verantwortung tragen und die sich leicht benennen lassen.

Dass wenigstens diese kryptische Tafel angebracht werden konnte, danken wir aber außerdem zahlreichen Namenlosen, die in diesem Zusammenhang wahrscheinlich nie mehr genannt werden. Gerade deshalb möchte ich bei dieser Gelegenheit einige von Ihnen noch einmal aus dieser Anonymität herausholen und vor ihnen bezeugen, weil ich Kenntnis davon habe. Ich berichte von einer 10. Klasse der Wilhelm-von-Oranien-Schule aus Dillenburg in Hessen. Damals vor 19 Jahren waren sie - wie fast alle Welt - neugierig auf die Tschechoslowakei und weil sie außerdem einen kundigen Fachlehrer Eckhard Scheld hatten, fanden sie Kontakt mit einer Schulklasse am Gymnazium Stavbařů im hiesigen Aussig. Sie machten eine Begegnungsreise hierher und hatten einige unerwartet interessante Tage mit ihren tschechischen Freunden. Nicht wenig erstaunt waren die deutschen Schüler, als sie mit ihren tschechischen Mitschülern und Freunden über das Geschehen auf der Brücke sprechen wollten. Die tschechischen Freunde wussten fast nichts darüber. Das tat der Freundschaft der jungen Leute kaum Abbruch, ließ die deutschen Schüler aber zur Tat schreiten. Sie schrieben an den tschechischen Botschafter in Bonn und an den Národní Výbor der Stadt Ústí nad Labem in der Person des Primators. Dort mag der Sekretär entschieden haben, dass der Brief nicht beantwortet wurde. Die Zeit war noch nicht reif zu mehr Reflektion. Aber Jiří Gruša, der Botschafter in Bonn, war von anderem Korn. Er gehörte zur aufgeschlosseneren tschechischen Elite, war aufgeschlossen genug, die Idee gut zu finden und die Schüler in ihrem Anliegen zu bestärken. In die Hoheit der Stadt konnte er zwar nicht eingreifen. Aber die Aktion wurde jedenfalls zu einem kleinen Anstoß, der die Bewegung zu einem Strom anschwellen ließ, der schließlich allen Hindernissen zum Trotz zu dieser ersten Gedenktafel an das Pogrom auf der Brücke führte. Sie können sich sicher vorstellen, dass zumindest die jungen Leute Genugtuung fühlten, die von der Anbringung der Tafel im Jahre 2005 hörten. Sie haben gemerkt, wie sich die Wahrheit doch eine Gasse bahnt. Die kann bei aufgeschlossenen Jugendlichen in guter Hut sein, auch die, derer gedacht wird, können es.

Wer der Wahrheit zum Sieg verhelfen will, darf sie sich jedoch nicht selbst überlassen, muss vielmehr für diese Wahrheit selbst etwas tun. Die größte Hilfe ist, sie zu verkünden, wo sich die Gelegenheit dazu bietet. Mit diesem Gedanken ende ich deshalb meine Worte: Verkünden Sie, wo Sie können, was vor 65 Jahren auf der Brücke geschah und wie wir heute der Opfer in würdiger Form gedacht haben, dann genügen Sie in hohem Maße dem Andenken derer, die hier unschuldig gestorben sind.

Aussig, am 26.5.10                                                              Gerolf Fritsche, Offenbach

 

 

 

4:34 pm pdt          Comments

3:35 pm pdt          Comments


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