Sudetenbote

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Siedlungsgebiete der Deutschen in Boehmen, Maehren und Sudeten Schlesien

Willkommen zur Internet-Webseite des Sudetenboten. Sie wurde zusätzlich zur von Willi Wanka 1964 in Kanada gegründeten und heute von Hans Mirtes in Frontenhausen herausgegebenen Druckausgabe des Sudetenboten geschaffen, um Informations- und Gedankenaustausch im Sinne der Interessen, Ziele und Aufgaben der 1945-1947 entrechteten, enteigneten und vertriebenen Sudetendeutschen Volksgruppe zu fördern.

 

Der Sudetenbote unterstützt eine Europäische Union, in der alle Menschen, Volksgruppen und Völker gleichberechtigt in Frieden, Freiheit und Wohlstand miteinander leben können, im Sinne der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Konventionen über Bürger- und Menschenrechte, einschliesslich des Rechts auf Heimat. Aus diesem Grund verurteilt er die Existenz und Anwendung von Rassengesetzen, wie die in Tschechien und in der Slowakei noch immer geltenden Beneš-Dekrete, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Entrechtung, Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen führten. Der Sudetenbote fördert den Versuch einer Wiedergutmachung des an den Sudetendeutschen begangenen Unrechts.


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Friday, October 8, 2010

Toeten auf tschechisch

 “Töten auf tschechisch”

“Schlachten (Morden) auf tschechische Art"  "Zabijeni po česku"

heisst der tschechische Film über Massenerschiessungen, wörtlich übersetzt.

"Töten" verharmlost. Die typisch tschechische Tötungsart 1945 war nicht blosses "killing", sondern "clubbing", Erschlagen mit Holzprügeln oder mit 3 cm dicken und 60 cm langen Gummikabeln, wovon Zeitgenossen berichten.

 

Dieser Film lief, wie der ZDF-Haushistoriker Guido Knopp stolz berichtete, im tschechischen Fernsehen "zur besten Sendezeit". Das ZDF wartete am Sonntag, dem 12.09.2010 bis 23.35 Uhr mit seiner gekürzten, verschlimmbesserten Fassung. Das Ende war gegen halb eins.

Auslöser des Originalflms in CT2 war ein kurzer 8mm-Amateurfilm über die Erschiessung von 42 deutschen Zivilisten in Prag Anfang Mai 1945. Das seltene Dokument wurde nach 64 Jahren zugänglich. Erst am 6. Mai 2010 konnte das konsternierte tschechische Publikum und schliesslich auch wir sehen, wie nach der Exekution ein Militär-LKW die zuckenden Leichen zermalmt.

Der dokumentarische Hauptbeitrag gilt dem Massenmord an mindestens 763 Deutschen aus Saaz. Saaz wird "Saas" und immer wieder "Zatek" genannt. Richtig ware "Žatec", also als ,,Schatec" auszusprechen! Auch das ca. 10 km weiter östlich gelegene Postoloprty (Postelberg) wird vom deutschen Sprecher vollig falsch ausgesprochen, einmal sogar "Posloloprzky". Die männliche deutsche Bevölkerung von Saaz (ca. 5000 Mann im Alter zwischen 13 und 65) wurde am Sonntag, dem 3. Juni 1945 auf dem malerischen Marktplatz versammelt und weiter nach Postelberg getrieben (vgl. Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei Bd. IV/2, Dok. Nr. 59, S. 307ff.). Eine grosse Gruppe wurde dort am nächsten Tag einer "besonderen Behandlung zugeführt", nämlich erschossen und notdürftig mit Erde bedeckt. Wie sich erst jetzt ergab, wurden schon im folgenden Jahr 1946 die Leichen durch ein Hochwasser der Eger freigelegt. Nur weil auch zwei Tschechen irrtümlich mit erschossen worden waren, die Beneš und Stalin noch bei der Erschiessung hatten hochleben lassen, veranlasste Beneš im Juni/Juli 1947 die Exhumierung, namentliche Erfassung und Einäscherung der halb verwesten Toten. Wenn man die teilweise gefilmte Totenliste prüft, waren auch Frauen (zwei namens Müller) darunter. Der ganze Vorgang wurde streng geheim behandelt.

Solche ohne Gerichtsurteil vollzogenen Massenerschiessungen wurden in Europa erst wieder 1995 vom serbischen Militar in Srebrenica durchgefiihrt. Während aber die Rädelsfuhrer jetzt vor dem Internationalen Gerichtshof angeklagt werden, geschieht bei den Tschechen nichts dergleichen. Die Verantwortlichen werden vielfach benannt, z. B. General Spaniel, (Räuber-)Hauptmann Perny oder der "Exzentriker" Foukal. Das himmelschreiende Gesetz Nr. 115 des Präsidenten Beneš vom 8. Mai 1946 (Straffreistellungsgesetz) schützt sie und ihren zweifelhaften Nachruhm. Es etikettiert alle gesetzwidrigen tschechischen Handlungen gegenüber Deutschen zwischen dem 30. September 1938 und dem 28. Oktober 1945 als unangreifbar, ja als "gerechte Vergeltung". Ein tschechischer Historiker konstatiert sehr richtig, dass wegen der gesetzlichen Straffreiheit der Krieg für die Sudetendeutschen eigentlich erst nach Oktober 1945 zu Ende war. Denn wir waren ab 8. Mai nicht befreit, sondern Freiwild.

Der deutsche Film strotzt von kleineren Übersetzungs- und grösseren Interpretationsfehlern. Man stolpert nur so über Beweise redaktioneller Unfähigkeit. Gleich zu Beginn des Beitrags wird das Sudetenland (nur) "an der nördlichen Grenze der CSR" angesiedelt. Nicht zwei, sondern mindestens acht Fallschirmspringer schickte Beneš als Attentäter Ende 1941 von London nach Prag, um die für den Ruf der CSR bei den Kriegermächten gefährliche "Zuckerbrot-und-Peitsche-Politik" Heydrichs beenden zu lassen. Sogar der Hauptort der SS-Vernichtungsaktion, Lidice bei Kladno, wird dreimal falsch als "Liditsche" zitiert.

Unerträglich ist die Ausrede, alle die entsetzlichen Rachehandlungen seien anzusehen als eine "Vergeltung an den einstigen deutschen Besatzern", wenn nicht gar als eine gerechte Reaktion auf die deutschen Untaten in Russland. Dazu ist Folgendes anzumerken: Erstens sind für die Kriegsführung an der Ostfront ganz gewiss nicht die Sudetendeutschen verantwortlich. Zweitens geschahen die tschechischen Mordtaten bereits nach dem Inkrafttreten der ,,Befreiung" am 8. Mai 1945. Drittens haben gerade die Tschechen, von allen von der deutschen Wehrmacht 1939 bis 1945 besetzten Ländern Europas, am wenigsten gelitten. Das Protektorat ist der einzige unter diesen Staaten, der zwischen 1939 bis 1945 eine deutliche Bevölkerungszunahme zu verzeichnen hatte und seine kulturelle Identität voll bewahren konnte, z. B. durch vielfache Editionen seiner klassischen Literatur (Der Autor hat Slawistik studiert und weiss wovon er redet).

Ist nicht auch der 8mm-Kurzfilm und die von der freundlichen Familie Dvořaček erzählten häufigen Kinobesuche ein Zeichen dafür, dass es sich in der Protektoratszeit gut leben liess? Von 1939 bis 1944 wurden in den Filmateliers Barandov 110 abendfüllende Kinofilme produziert und im Protektorat konsumiert. Über das wirkliche Leben haben sich unsere ZDF-Historiker und Berater nicht kundig gemacht, vielmehr formulieren sie entgegen pauschal: "Sie (die Sudetendeutschen) bezahlen die Rechnung für die mörderische Besatzung".

Die in beiden Fassungen verbreitete Ausrede, die Anweisung Beneš, die Deutschen zu "beseitigen", sei nur missverstanden worden, ist eine glatte Lüge. "Vyklizovat" heisst "ausräumen", wie man ein Zimmer vor einem neuen Anstrich der Wände ausräumt.

Vollends unlogisch sind die letzten zehn Minuten in der ZDF-Dokumentation, die doch "Töten auf Tschechisch" heisst. Nun wird das Leiden der Ostpreussen, Pommern und Schlesier auf der Flucht vor der Roten Armee im Jänner und Feber 1945 gezeigt. Dieser Kunstgriff erweckt den Verdacht, die "History-Redaktion" wolle die Sonderbehandlung der drei Millionen Sudetendeutschen kleinreden. Das gilt auch für den Leipziger Professor Stefan Troebst, der für solche Dokumentationen auch gegenüber Polen eine ständige "Kontextualisierung" (mit NS-Verbrechen) einfordert. Soll das heissen, dass man Massaker seitens der Sieger (nach Kriegsende!) mit Rücksicht auf die wünschenswerte Versöhnung im Europa der Gegenwart nicht beim Namen nennen darf? Dass man namentlich bekannte Raubmörder als Freiheitskämpfer verehren soll? Dass man dem obersten und Hauptverantwortlichen für den Völkermord an den Sudetendeutschen, Edvard Beneš, in unserer alten Heimat Denkmäler setzen muss?

Doch wir wissen, wer unsere Vertreibung jahrelang systematisch geplant und im Mai 1945 als glatten Völkermord organisiert hat. Dieser Präsident hat vor dem Kabinettschef Fierlinger, dem Justizminister Drtina und dem für die militärischen Terrorhandlungen zuständigen Verteidigungsminister Swoboda, das oben genannte schändliche Gesetz unterschrieben. Es ist unverständlich, dass dieses Gesetz nur im tschechischen Originalfilm vorgestellt wird.

Fritz Werner (im Sudetendeutschen Pressedienst der SLÖ vom 1.Oktober 2010)

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