Sudetenbote

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Siedlungsgebiete der Deutschen in Boehmen, Maehren und Sudeten Schlesien

Willkommen zur Internet-Webseite des Sudetenboten. Sie wurde zusätzlich zur von Willi Wanka 1964 in Kanada gegründeten und heute von Hans Mirtes in Frontenhausen herausgegebenen Druckausgabe des Sudetenboten geschaffen, um Informations- und Gedankenaustausch im Sinne der Interessen, Ziele und Aufgaben der 1945-1947 entrechteten, enteigneten und vertriebenen Sudetendeutschen Volksgruppe zu fördern.

 

Der Sudetenbote unterstützt eine Europäische Union, in der alle Menschen, Volksgruppen und Völker gleichberechtigt in Frieden, Freiheit und Wohlstand miteinander leben können, im Sinne der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Konventionen über Bürger- und Menschenrechte, einschliesslich des Rechts auf Heimat. Aus diesem Grund verurteilt er die Existenz und Anwendung von Rassengesetzen, wie die in Tschechien und in der Slowakei noch immer geltenden Beneš-Dekrete, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Entrechtung, Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen führten. Der Sudetenbote fördert den Versuch einer Wiedergutmachung des an den Sudetendeutschen begangenen Unrechts.


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Wednesday, April 24, 2013

Im Schatten des Jubels

"Im Schatten des Jubels" ist der Titel eines Buches, das demnächst erscheinen wird. Es beschreibt die politischen Zustände, denen 1938/39 Zehntausende von der Gestapo verfolgte und von ihren tschecho-slowakischen Genossen im Stich gelassene sudetendeutsche Antifaschisten ausgesetzt waren. Nur etwa 3000 von ihnen gelang es, in Großbritannien, Schweden und Kanada Asyl zu finden. Was den Rest betrifft, so geben die Einlieferungslisten ins KZ Dachau in jenen Tagen Auskunft über ihr Schicksal.

Im Schatten des Jubels finde ich mich heute wieder, angesichts des allseitigen Entzückens, das der tschechische Ministerpräsident Necas mit seinem Februarbesuch in München und einigen dort gesprochenen schönen Worten ausgelöst hat. Ich kann in diesen Jubel nicht einstimmen, solange ich nicht Antworten auf zwei Fragen gefunden habe. Erstens: warum mußten sieben Jahrzehnte vergehen, bis wenigstens ein (vielleicht auch zwei) tschechische Politiker eingesehen haben, dass der Völkermord an den Sudetendeutschen mit unermesslichem Leid verbunden war? Zweitens: Wie ernst dürfen Necas' Bemerkungen genommen werden? Bereits vor 23 Jahren hatte nämlich ein tschechischer Prominenter der Menschheit Hoffnung auf eine (sudeten)deutsch-tschechische Verständigung gemacht. Am 15. März 1990 ermahnte auf der Prager Burg Vaclav Havel sein deutsches Gegenüber Richard von Weizsäcker: "Wir müssen uns alles sagen, so schwer es auch immer sein mag." Von Weizsäcker widersprach ihm nicht. Trotzdem hat sich im (sudeten)deutsch-tschechischen Dialog seitdem nichts geändert; Historiker interpretieren die Geschichte der Vertreibung der Deutschen heute noch immer ausschließlich im Interesse der Vertreiberstaaten, wonach Deutsche immer nur Täter, nie aber Opfer sein dürfen. Und die Politiker und Juristen erlauben den tschechischen und slowakischen Regierungen das Fortbestehen von menschenrechtswidrigen Entrechtungs-, Enteignungs- und Vertreibungsgesetzen, einschließlich des Straffreistellungsgesetzes Slg.115 vom 8. Mai 1945.

Außerdem ist Unmenschlichkeit nur ein Aspekt der Vertreibung der Deutschen. Ein anderer ist die Verletzung der Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1946, aufgrund derer die Ausrottung einer Volksgruppe ein nicht verjährendes Verbrechen gegen die Menschheit darstellt. Darüber wurde in allen Reden, die am 20. Feber in München gehalten wurden, kein Wort verloren 

4:13 pm pdt          Comments

Monday, April 1, 2013

Kriegsverbrecher?

Am 25.01.2013, dem ersten Stichtag der Präsidentenwahl in Tschechien, erschien im Boulevardblatt "Blesk", dem tschechischen Equivalent zu Springers "Bild", ein ganzseitiges Inserat gegen die Wahl Karel Schwarzenbergs zum Staatspräsidenten. Punkt 4 der Gründe gegen eine Schwarzenbergwahl lautete: er betrachtet die "Beneschdekrete" als ungültig und bereitet damit den Boden für die Rückgabe des Eigentums an die Nachkommen von Kriegsverbrechern vor.

Ich bin Nachkomme eines Sudetendeutschen, nicht aber eines Kriegsverbrechers. Ich will meinen Vater nicht als Widerstands"kämpfer" darstellen. Das wäre übertrieben. Aber er hat auf seine Weise Widerstand geleistet. Z.B. war er niemals Mitglied der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen wie Nationalsozialistisches Kraftfahrerkorps oder Reichsjägerverband, obwohl er mit Leidenschaft sowohl Kraftfahrer als auch Jäger war. Zwar hat er als Knopffabrikant während des Krieges auch Wehrmacht-Uniformknöpfe produziert. Aber reicht das aus, ihn zum Kriegsverbrecher zu stempeln? In Wirklichkeit hat er die Rüstungsindustrie sabotiert, indem er sich der Reichsregierung Forderung nach Ablieferung allen Buntmetalls widersetzte; er hatte Tonnen von Tombakblech gelagert, mit denen er die Nachkriegsproduktion von Knöpfen beginnen wollte.

Die Tschechen wären gut beraten, ihre antideutschen Vorurteile und Hasstiraden etwas im Zaum zu halten. Das gilt auch für den neugewählten Staatspräsidenten Zeman. 

Rudolf Pueschel 

2:02 pm pdt          Comments


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