Sudetenbote

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Siedlungsgebiete der Deutschen in Boehmen, Maehren und Sudeten Schlesien

Willkommen zur Internet-Webseite des Sudetenboten. Sie wurde zusätzlich zur von Willi Wanka 1964 in Kanada gegründeten und heute von Hans Mirtes in Frontenhausen herausgegebenen Druckausgabe des Sudetenboten geschaffen, um Informations- und Gedankenaustausch im Sinne der Interessen, Ziele und Aufgaben der 1945-1947 entrechteten, enteigneten und vertriebenen Sudetendeutschen Volksgruppe zu fördern.

 

Der Sudetenbote unterstützt eine Europäische Union, in der alle Menschen, Volksgruppen und Völker gleichberechtigt in Frieden, Freiheit und Wohlstand miteinander leben können, im Sinne der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Konventionen über Bürger- und Menschenrechte, einschliesslich des Rechts auf Heimat. Aus diesem Grund verurteilt er die Existenz und Anwendung von Rassengesetzen, wie die in Tschechien und in der Slowakei noch immer geltenden Beneš-Dekrete, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Entrechtung, Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen führten. Der Sudetenbote fördert den Versuch einer Wiedergutmachung des an den Sudetendeutschen begangenen Unrechts.


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Sunday, July 14, 2013

2013 Seminar Zusammenfassung

Internationaler Freundeskreis Karl Kern (IFKK) 2013 Seminar

 

Zwanzig Teilnehmer trafen sich vom 20. bis 23. Mai 2015 im idyllisch gelegenen Sambachshof in Bad Königshofen zum 2013 Seminars des Internationalen Freundeskreises Karl Kern (IFKK). Das Thema war "Flucht und Vertreibung in der politischen Auseinandersetzung in Deutschland".

 

Nach einer Vorstellungsrunde begann das Seminar mit der Aufführung des Films "Töten auf tschechisch" des tschechischen Regisseurs David Vondracek.  Er schildert eindrucksvoll das Massaker an 40 Prager Deutschen im Bezirk Borislavka zwei Tage nach Ende des Zweiten Weltkriegs: Menschen werden von Soldaten geprügelt, ein Mädchen hält die Hände hoch, auf der Straße knien Männer und Frauen, die langsam zu Boden fallen; ein Militärauto überrollt die am Straßenrand liegenden Leichen. Andere Massaker (z.B.Postelberg) werden erwähnt und durch Zeitzeugen belegt. Wieder andere (z.B. Aussig und Landskron) werden außer Acht gelassen.

Der Film läßt kaum Raum für Interpretationen. Trotzdem hat das Zweite Deutsche Fernsehen, das die Rechte zu dem Film erworben hatte, ihn in der BRD (Bundesrepublik Deutschland) bedeutend gekürzt und nur einmal kurz nach Mitternacht gesendet, als die meisten Deutschen schlafend in ihren Betten lagen. Der IFKK macht es sich zur Aufgabe, beide Versionen zu vergleichen und die Frage zu untersuchen, warum die deutschen Medienmacher es nicht wagten, den Film in seiner Originalfassung zu zeigen.

 

Herr Rudi Pawelka, Präsident der Europäischen Union für Flüchtlinge und Vertriebene (EUFV) und Vorsitzender der Schlesischen Landsmannschaft, referierte über "Ziele und Aufgaben der EUFV". Ziele sind Anerkennung des Vertreibungsunrechts und Forderung nach entsprechender Wiedergutmachung. Pawelka schilderte die Schwierigkeiten einer Zusammenarbeit der EUFV seit ihrer Gründung bis heute mit anderen Vertriebenenorganisationen, unter ihnen der Bund der Vertriebenen (BdV) und die Sudetendeutsche Landsmannschaft (SL), . Zum vom ersten Präsidenten der EUFV, Dr. Lacota, im Jahre 2007 organisierten Gründungskongress in Triest erschienen leider auch politisch fragwürdige, die dann "der EUFV um die Ohren geschlagen" wurden. Zum Beispiel nahm BdV Präsidentin Erika Steinbach dies zum Anlass, erstens dem Gründungskongress fern zu bleiben und zweitens jegliche Zusammenarbeit mit der EUFV zu meiden. Ähnliches gilt für SL Sprecher Posselt. Sowohl Steinbach als auch Posselt "wollen Ruhe im Karton halten".

Steinbachs und Posselts Widerstand zum Trotz gehören als Vertreter der deutschen Vertriebenen die Landsmannschaften der Ostpreußen, der Schlesier, der Sudetendeutschen in Baden Württemberg und in Österreich, sowie der Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs der EUFV an. 2011 wurde die EUFV durch die Europäische Kommision in Brüssel akkreditiert, der Antrag auf Einrichtung einer Ständigen Kommision zur Behandlung aller mit Flucht und Vertreibung noch offenen Fragen wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, die deutschen Vertriebenen, die die Mehrzahl der europäischen Vertriebenen ausmachen, wären mit ihrem Schicksal offensichtlich zufrieden und Bundeskanzlerin Merkel hätte erklärt, dass es in der BRD kein Vertriebenenproblem gäbe. Daraufhin trat Dr. Lacota von seinem Amt zurück und Herr Pawelka übernahm die Präsidentschaft der EUFV, deren Akkreditierung von der EU-Kommission wegen Nichtbeachtung von Vorgaben und Terminen inzwischen gestrichen wurde.

Bundeskanzlerin Merkels Behauptung, in ihrem Land gäbe es kein Vertriebenenproblem, verdient Beachtung. Sie regt ein Thema fürs 2014 Seminar an, das lauten könnte, "Die Bedeutung(slosigkeit) der deutschen Vertriebenenverbände in einem Land ohne Vertriebenenproblem."

 

Der aus Kalifornien angereiste Rudolf Pueschel präsentierte seine Schrift "Meinungsunfreiheit in der BRD und ihre Bedeutung für den (sudeten)deutsch-tschechischen Dialog." Es ist seine Antwort auf den ihm 2011 von der deutschen Antifa angedichteten "Rechtsradikalismus", die Beschränkung seiner Rede- und Bewegungsfreiheit in der BRD zur Folge hatte. Insbesondere diskutierte er ein Zusatzkapitel "Das induzierte Irresein - Eine ärztliche Beurteilung der jährlichen 'Befreiungsfeiern‘" aus der Feder des Psychiaters Dr. med. Rigolf Hennig. Dr. Hennig erklärt, wie die Denkfähigkeit junger Menschen ideologisiert und manipuliert werden kann und im Extrem zu solch widerlichen Antifa-Wahlsprüchen wie "Danke für die Bomben", "Bomber Harriss do it again", "Deutschland verrecke" ... führen kann, und wie es dazu kommen kann, dass "Journalisten" die Nachkriegsvertreibung von 15 Millionen Deutschen mit 2 Millionen Toten als "Glücksfall" interpretieren können.

 

Die Prager Schriftstellerin Dr. Radka Denemarkova präsentierte einige ihrer Bücher und las aus ihrem Roman "Ein herrlicher Flecken Erde". Er schildert das Schicksal Gita Lauschmannovas, einer sudetendeutschen Jüdin, die die nationalsozialistischen Konzentrationslager als einzige ihrer Familie überlebt und nach Ende des Krieges heimkehrt. Dort findet sie alles wie gewohnt vor, aber am Tisch sitzt ein fremder Mann, und eine ebensolche Frau füllt seinen Teller mit Linsensuppe. Auch anderswo im Dorf begegnet sie nur fremden Menschen, die neue Verhältnisse geschaffen und allen Besitz, auch den der Lauschmanns sich angeeignet unter sich aufgeteilt haben. Sie hassen den "Feind von Aussen", das sind alle Deutschen, die deutschsprachigen Juden eingeschlossen.. Das Unrechtmässige und Amoralische ihrer Haltung kann nur mit unmässiger Rohheit und Kaltblütigkeit durchgesetzt werden. Das Mädchen Gita, das in Auschwitz war, wird als ‚Nazi‘ und als 'dreckige Deutsche' beschimpft, grausam misshandelt und entkommt ein zweites Mal nur mühsam dem Tod. Trotzdem wird Gita nicht müde, ein Leben lang für ihr Recht zu kämpfen, das ihr allerdings bis zu ihrem Tod verweigert wird.

 

Frau Isa Engelmann aus Verona stellte ihr Buch "Reichenberg und seine jüdischen Bürger - zur Geschichte der einst deutschen Stadt in Böhmen" vor. Die Suche nach ihrer durch die Vertreibung verlorenen Identität führte sie nach der Vertreibung wiederholt zurück in ihre Heimatstadt Reichenberg, in deren  Stadtbibliothek sie die Namen von Geschäftsleuten und Industriellen jüdischen Glaubens entdeckt, die vor 1938 das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt bestimmten, heute aber ausnahmslos verschwunden sind. Nur ihre stattlichen Häuser und Villen, die sie zurückgelassen haben, zeugen von ihrem einstigen Wohlstand. Gründe ihres Verschwindens sind die Judenverfolgung der Nationalsozialisten und die Vertreibung der Deutschen durch die Tschechen, die dann auch die Juden traf, die den Holocaust überlebt hatten. Anspruch auf ihren Besitz wird ihnen in der Tschechischen Republik bis heute verweigert. Frau Engelmanns Sachbuch ist eine wertvolle Ergänzung zu Frau Denemarkovas Roman, dem sie damit beachtliche Wahrheitsnähe attestiert.

 

Der in Milwaukee/USA lebende "Prager Deutsche" Andreas Wesserle rief in seinem Vortrag Erinnerungen an den hauptsächlich gegen die deutsche Zivilbevölkerung gerichteten Bombenterror im Zweiten Weltkrieg wach. Anstoß dazu gab die Einweihung 2012 einer Statue des britischen Oberkommandierenden des Bomberkommandos, Sir Arthur "Bomber" Harris, durch Ihre Majestät die Königin. Wesserle erinnerte an die am 14. Februar 1942 vom britischen Luftfahrtministerium erlassene Area Bombing Directive/Flächenbombardierungsdirektive, die den am gleichen Tag zum Oberkommandierenden des Bomber Command der Royal Air Force (RAF), Sir Arthur Harris, authorisierte, seine Streitkräfte ab sofort "ohne Beschränkung" und primär gegen die "Moral der feindlichen Zivilbevölkerung" einzusetzen. Unter Harriss Kommando ließ die Royal Air Foce (RAF) 1 307 117 Tonnen Bomben auf deutsche Städte niederregnen. Zusätzliche 1 463 425 Tonnen fielen aus US Bombern. Die Züricher Zeitung "Die Tat" bezifferte die Toten der alliierten Flächenbombardierungen in Deutschland am 19. Januar 1955 mit 2 050 000.

Die Area Bombing Directive war nicht nur barbarisch, sondern verstieß auch gegen die Artikel 25 und 27 der Haager Landkriegsordnung und stellt somit ein schweres Kriegsverbrechen dar. Das erkannte der Labour-Politiker Richard Crossman, als er sagte: "Die Zerstörung von Dresden war eines jener Verbrechen gegen die Menschheit, deren Urheber in Nürnberg unter Anklage gestellt worden wären, wenn jener Gerichtshof nicht in ein bloßes Instrument alliierter Rache pervertiert worden wäre." Und der frühere US- Verteidigungsminister Robert McNamara, der im Zweiten Weltkrieg Offizier im amerikanischen Strategic Air Command (SAC) war, sagte gegen Ende seines Lebens in einem Interview, das auf der DVD "The Fog Of War/Der Nebel des Krieges" verewigt ist: "Hätten wir den Krieg verloren, wir wären als Kriegsverbrecher angeklagt und verurteilt worden." Die Würdigung des "Bomber Harris" durch die britische Königin ist demnach bedauernswert. Noch bedauernswerter ist die Stiftung 2010 der deutschen Bundesregierung eines 30 000 Euro teuren Eibenbaums für den "Garten der Erinnerung" neben dem Bomber Command Memorial im Londoner Green Park "als Symbol der Wiedergutmachung und in Anerkennung des Opfers, das die 55 573 (britischen) Piloten brachten, die ihr Leben gaben, um Europa, einschließlich Deutschland, von der Nazi Tyrannei zu befreien". Es ist nicht bekannt, ob auch den zwei Millionen deutschen Opfern des anglo-amerikanischen Bombenterrors dabei gedacht wurde. Sie ignoriert zu haben wäre ebenfalls ein Symptom induzierten Irreseins.

 

Ein halber Tag des Seminars galt einem Besuch des bei Lehesten am Kamm des Thüringer Waldes nachgebildeten Altvaterturms. Ein Seminarteilnehmer, der diesem Besuch mit besonderer Erwartung entgegen sah, war der Gablonzer Dr. Franz Pelz, der sowohl emotionell als auch materiell an der Entstehung  des Turms beteiligt gewesen war. Leider mußte Dr. Pelz am Vorabend der Reise nach Leihgesten wegen Herzbeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert werden, wo er am folgenden Abend verschied.

Zwei Tage vorher gab Dr. Pelz als Grund für seine langjährige Seminarteilnahme unsere "wirklichkeitsnahen Diskussionen" an. Wir werden diesem Prinzip in seinem Namen treu bleiben. Möge Franz Pelz im Jenseits jenen Frieden gefunden haben, den auf Erden  Chauvinismus und Verletzung seiner Menschenrechte ihm verwehrten.

 

Rudolf Pueschel

Roseville, Kalifornien/USA im Juli 2013

2:52 pm pdt          Comments


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