Sudetenbote

sudetenbotelogo2.jpg
Siedlungsgebiete der Deutschen in Boehmen, Maehren und Sudeten Schlesien

Willkommen zur Internet-Webseite des Sudetenboten. Sie wurde zusätzlich zur von Willi Wanka 1964 in Kanada gegründeten und heute von Hans Mirtes in Frontenhausen herausgegebenen Druckausgabe des Sudetenboten geschaffen, um Informations- und Gedankenaustausch im Sinne der Interessen, Ziele und Aufgaben der 1945-1947 entrechteten, enteigneten und vertriebenen Sudetendeutschen Volksgruppe zu fördern.

 

Der Sudetenbote unterstützt eine Europäische Union, in der alle Menschen, Volksgruppen und Völker gleichberechtigt in Frieden, Freiheit und Wohlstand miteinander leben können, im Sinne der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Konventionen über Bürger- und Menschenrechte, einschliesslich des Rechts auf Heimat. Aus diesem Grund verurteilt er die Existenz und Anwendung von Rassengesetzen, wie die in Tschechien und in der Slowakei noch immer geltenden Beneš-Dekrete, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Entrechtung, Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen führten. Der Sudetenbote fördert den Versuch einer Wiedergutmachung des an den Sudetendeutschen begangenen Unrechts.


Archive Newer | Older

Sunday, May 4, 2014

the way we were

Der Angriff des „Spiegel online“ auf den sudetendeutschen Willi-Wanka-Kreis

 

Prof. Dr. Adalbert Wollrab

 

Am 5.11.2011 brachte der Spiegel online den Artikel „Bund förderte Seminare von Rechtsnationalen“, der sich gegen den Willi-Wanka-Kreis und auch gegen den Heiligenhof, einem sudetendeutschen Bildungszentrum, in Bad Kissingen richtete.

 

Der Internationale Willi-Wanka-Kreis besteht aus sudetendeutschen Sozialdemokraten, die heute in den USA, Kanada, England, Schweden und Österreich wohnen, darunter auch Angehörige derer, die 1938/39 als sudetendeutsche Antifaschisten ins Ausland fliehen mussten. Dem Kreis gehören ferner sudetendeutsche Sozialdemokraten an, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus der Tschechoslowakischen Republik vertrieben worden sind. Willi Wanka, dessen Namen der Kreis trägt, musste als führender Sozialdemokrat und Antifaschist 1938 vor Hitler ins Ausland flüchten und er führte 1938 und 1939 auch die entscheidenden Verhandlungen mit Briten und Kanadiern  für eine  Emigrationsmöglichkeit von Sudetendeutschen Antifaschisten nach Kanada.

 

Es ist unfassbar, dass gerade der Willi-Wanka-Kreis vom Spiegel-online in die rechtsnationale Ecke gestellt wird. Man legt  in dem Spiegel-Online-Artikel dem  Internationalen Willi-Wanka-Kreis (IWWK) zur Last, dass in Gesprächsreihen dieses Kreises am Heiligenhof über Vertreibung, Schuld und Sühne und über Annäherung und Abgrenzung zwischen Sudetendeutschen und Tschechen  gesprochen wird.  Warum sollte man über diese Themen nicht sprechen? Ein anerkannter sudetendeutscher Antifaschist, der Sozialdemokrat Wenzel Jaksch, der vor Hitler ins Ausland fliehen musste, verurteilte in seiner Petition an die vereinten Nationen „Wir heischen Gehör“ die Vertreibung der Sudetendeutschen und schrieb auch folgendes: “Wir glauben, dass die allgemeine und unterschiedlose Enteignung von Millionen Menschen auch nicht einmal mit einem Mindestmaß internationalen Rechtes vergleichbar ist“. Wir befinden uns mit diesem Themenkreis also in guter antifaschistischer Gesellschaft und es  ist nichts politisch Bedenkliches darin zu erblicken, wenn über diese Themen gesprochen wird. Bedenklich dagegen wäre es nur, wenn man über Nachkriegsverbrechen, die an Sudetendeutschen verübt worden sind, schweigen müsste und auch über die Diskriminierung von Millionen von Sudetendeutschen, die durch die Benesch-Dekrete ohne Schuldnachweis, nur weil sie Deutsche sind, total entschädigungslos enteignet wurden, die zum Tragen eines N oder einer weißen Binde auf der Kleidung, zur Zwangsarbeit und zum Aufenthalt in Lagern gezwungen wurden. Eines der Benesch-Dekrete erklärt sogar den Mord an Deutschen als nicht strafbar. Geschützt durch dieses Benesch-Dekret, wurde keiner der Mörder, die nach dem 2.Weltkrieg an Massenmorden von  Sudetendeutschen in Postelberg, an der Außiger Brücke oder beim Brünner Todesmarsch beteiligt waren, zur Verantwortung gezogen. Es ist notwendig, dass man darüber spricht, denn dieser Teil unserer jüngeren geschichtlichen Vergangenheit ist bis heute noch nicht aufgearbeitet worden und diese, die Menschenrechte verletzenden Benesch-Dekrete sind auch noch heute in Gültigkeit.  Heute noch werden Restitutionsanträge bei tschechischen Gerichten nach diesen Dekreten entschieden. Selbst wenn wir darüber schweigen würden, die unaufgearbeitete Vergangenheit holt uns immer wieder ein:  der Präsident der Tschechischen Republik Klaus versucht diese, die Menschenrechte verletzenden Dekrete durch die Ausnahmeregelung für die Tschechische Republik im Lissabonvertrag zu schützen. Es ist unfassbar, dass der Europarat dieser Ausnahmeregelung zugestimmt hat. Diese Sonderregelung muss noch durch alle Mitgliedsstaaten der EU ratifiziert werden. Der Deutsche Bundestag wird also noch im Jahre 2012 Gelegenheit haben, dazu Stellung zu nehmen. Die Bundesabgeordneten müssten bedenken, dass durch die Vertreibung und die Benesch-Dekrete Deutsche, die heute Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland sind, Opfer dieses Unrechts waren und dass die Menschenrechte durch diese Gesetze, die die Ausnahmeregelung schützen soll, aufs gröbste verletzt worden sind. In Beantwortung eines Briefes, den ich in dieser Angelegenheit an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel gerichtet hatte, wurde mir vom Bundeskanzleramt mitgeteilt: „Die Bundeskanzlerin teilt Ihre Auffassung vom völkerrechtswidrigen Charakter der Vertreibung, der entschädigungslosen Enteignung von Vermögen Deutscher sowie der Beneš-Dekrete, und sie ist auch weiterhin darauf bedacht, die Anliegen der Sudetendeutschen nachdrücklich zu vertreten“.  Im Schlußsatz desselben Briefes heißt es:“Die Bundeskanzlerin hat bei ihrer Pressekonferenz im Anschluß an den Europäischen Rat am 30. Oktober 2009 noch einmal in aller Deutlichkeit unterstrichen, daß die Vertreibung Unrecht bleibt“.

 

 Die wahrheitsgemäße Aufarbeitung der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts, um die sich der Internationale Willi-Wanka-Kreis bemüht, ist ein Beitrag zum besseren gegenseitigen Verständnis für Tschechen und Deutsche. Was ist gegen ein solches Bemühen einzuwenden?    Das im Spiegel-Artikel vorkommende Schlagwort „Rückwärtsgewandte“ ist mir noch erinnerlich aus der kommunistischen gegen Sudetendeutsche gerichteten Propaganda der CSSR. Der Spiegel-Online-Artikel stellt Referenten, die im letzten Seminar des IWWK vorgetragen haben, in die rechte Ecke, hängt ihnen das Etikett „rechtsnational“ an, ohne konkrete Angaben zu machen, welche ketzerische Meinung sie denn vertreten hätten. Der Artikel richtet sich nicht nur gegen den Internationalen Willi-Wanka-Kreis, sondern auch gegen Herrn Hörtler, dem man die Leitung des Seminars vom 13.-17. Juni 2011 zur Last legt. Da hilft selbst das nicht, dass der IWWK im Rahmen dieses Seminars auch nach Prag fuhr, dort mit tschechischen Politikern sprechen konnte und damit sicher einen Beitrag zur Verständigung zwischen Tschechen und Sudetendeutschen geleistet hat. Einen Beitrag zur Verständigung zwischen Sudetendeutschen und Tschechen wurde auch in dem vorhergehenden Seminar geleistet. Der  IWWK fuhr nach Außig, legte an der Außiger Brücke zum Gedenken an die Opfer einen Kranz nieder, besuchte dort in der Heimatstube die noch in der Tschechischen Republik verbliebenen Deutschen und hörte einen Vortrag des tschechischen Theaterjournalisten  Jaroslav Heitler an. Die Teilnehmer besuchten des Collegium Bohemicum, wo  seine Direktorin Blanka Mouralová einen Vortag hielt. Würde der Spiegel online, diesen Aktivitäten des IWWK auch das Etikett „rechtsnational“ zuordnen?  

 

Der Spiegel-online Artikel rügt, dass der Willi-Wanka-Kreis sich als Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Wahrheitssucher bezeichnet. Die wahrheitsgemäße Darstellung der Geschichte, besonders der jüngeren europäischen Geschichte müsste doch ein Hauptanliegen der politischen Bildung sein! Für äußerst verwunderlich und bedenklich halte ich deshalb die Reaktion des Bundeszentrums für politische Bildung auf diese Spiegel-online-Attacke:   Der Spiegel-Artikel wurde vom Bundeszentrum für politische Bildung zum Anlass genommen dem Heiligenhof aufzuerlegen eine Zusammenarbeit des Heiligenhofes mit dem IWWK zu beenden. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang für die Zukunft ein Punktekatalog vereinbart, nach dem Referenten in einer Datenbank aufgelistet werden sollen. Der Heiligenhof  musste einen schon bewilligten Zuschuß zurückzahlen. Auf Drängen des Bundeszentrums für politische Bildung musste der Heiligenhof  dem IWWK sogar ein Hausverbot erteilen. Unliebsame Stimmen werden auf diese Weise zum schweigen gebracht und die freie Meinungsäußerung in der Bundesrepublik Deutschland bleibt dabei auf der Strecke.     

 

 

3:44 pm pdt          Comments


Archive Newer | Older

Powered by Register.com