Sudetenbote

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Siedlungsgebiete der Deutschen in Boehmen, Maehren und Sudeten Schlesien

Willkommen zur Internet-Webseite des Sudetenboten. Sie wurde zusätzlich zur von Willi Wanka 1964 in Kanada gegründeten und heute von Hans Mirtes in Frontenhausen herausgegebenen Druckausgabe des Sudetenboten geschaffen, um Informations- und Gedankenaustausch im Sinne der Interessen, Ziele und Aufgaben der 1945-1947 entrechteten, enteigneten und vertriebenen Sudetendeutschen Volksgruppe zu fördern.

 

Der Sudetenbote unterstützt eine Europäische Union, in der alle Menschen, Volksgruppen und Völker gleichberechtigt in Frieden, Freiheit und Wohlstand miteinander leben können, im Sinne der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Konventionen über Bürger- und Menschenrechte, einschliesslich des Rechts auf Heimat. Aus diesem Grund verurteilt er die Existenz und Anwendung von Rassengesetzen, wie die in Tschechien und in der Slowakei noch immer geltenden Beneš-Dekrete, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Entrechtung, Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen führten. Der Sudetenbote fördert den Versuch einer Wiedergutmachung des an den Sudetendeutschen begangenen Unrechts.


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Monday, August 18, 2014

Das Massaker von Ejpovice
 

Im Internet macht seit einigen Jahren ein Filmstreifen “1945 Lost German Girl/1945 deutsches Mädchen, das sich verirrt hat” die Runde. Er zeigt eine misshandelte junge Frau, die zögernd und ziellos dem Rand einer einsamen Landstraße entlang taumelt, am Kilometerstein „78“ vorbei. Ihr linkes Auge ist zugeschwollen, ihr Haar blutgefärbt. Sie ist mit einem dunkelfarbenen Pulli und einer feldgrauen Soldatenhose bekleidet, die weder auf Waffengattung noch auf Rang schließen lassen.  Trotzdem lautet die Bildbeschreibung des Kameramanns: „MCS as SS girl walks to camera/Halbnah- und Nahaufnahmen eines SS-Mädchens, das auf die Kamera zugeht“.

Dieser 40-Sekunden lange Filmstreifen führte zu regen Diskussionen im Internet. Zum Beispiel bewog er etwa ein Dutzend Teilnehmer im „AxisHistoryForum“ zwischen November 2008 und Juli 2009, Antworten auf folgende Fragen zu suchen: “Wer ist diese Frau?“ und „Was ist der Ort ihrer Misshandlung?“ Die erste Frage blieb unbeantwortet; die zweite identifizierte den Ort der Grausamkeit eindeutig als Ejpovice, ein heute 559 Seelen zählendes Dorf etwa 10 km östlich von Pilsen.

Der Filmstreifen „1945 Lost German Girl“ (Dauer: 40 Sekunden) ist einer von mehreren, die zu einem Film “1945 Czechoslovakia in Color“ (Dauer: 11 Minuten) zusammengefasst wurden, der wiederum zu „Liberated Czechoslovakia; wounded and dead Germans; POWs“ (25 Minuten) erweitert wurde. Die längeren Filme zeigen, dass die misshandelte Frau nicht verloren ist. Sie ist von einigen überlebenden, einigen sterbenden und vielen toten, zum Teil übel zugerichteten männlichen Kameraden umgeben. Beispiele ihrer Foto-Beschreibungen lauten: Halbnahaufnahme einiger von Tschechen  erschlagenen SS-Männer; Nahaufnahme des Gesichts eines SS-Soldaten; Nahaufnahme eines im Straßengraben liegenden SS-Soldaten;  Halbnahaufnahme mehrerer toter SS-Soldaten; Halbnahaufnahme eines sterbenden Soldaten; Nahaufnahme eines toten Zivilisten;  Halbnah- und Nahaufnahme eines der Kamera entgegen laufenden SS-Mädchens; Halbnah- und Nahaufnahme eines schwerverwundeten SS-Manns; und noch einige 20 mehr.

Auch zeigen die Filme Menschenmengen, die in Pilsen ihren US-Befreiern zujubeln; Gefangennahme und Marsch ins Sammellager deutscher und Vlassov Soldaten;  und als eine der letzten Szenen eine Gruppe grinsender und applaudierender Menschen, die einen zu ihren Füssen  liegenden toten Deutschen bespucken. Unter ihnen sind Kinder; offenbar wurde den Tschechen damals bereits in jungen Jahren Hass gelehrt. Vermutlich gehören sie heute zu denen, die 69 Jahre danach noch immer den Völkermord an den Sudetendeutschen  gutheißen und das Fortbestehen der dafür von Benesch geschaffenen Rassendekrete fordern.

Eine Nachforschung über die Entstehung der Filme ergab folgendes: Im Frühjahr 1945 delegierte die US Army Air Force einen Kameramann namens Oren Haglund aus Hollywood nach Europa, um mit „VE/Victory in Europe Day“ zusammen hängende Ereignisse zu fotografieren und zu filmen. Anfang Mai 1945 arbeitete er in der Nähe von Pilsen, wohin die Spitze der 3. US Army unter General Patton vorgedrungen war. Dort dokumentierte er als Zeuge das oben beschriebene Massaker, einschließlich des „Lost  German Girl“ Streifens.

Haglunds Fotos und Filme wurden zunächst von der National Archives and Records Administration archiviert. Im August 2005 erwarb sie das US Holocaust Memorial Museum in Washington, DC. Hierbei ist bemerkenswert, dass dieses Museum die Dokumentarfotos und Dokumentarfilme von Oren Haglund über deutsche Opfer nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur für die „Steven Spielberg Film and Video Archives“ erwarb, sondern sie auch der Öffentlichkeit zugänglich machte. Das ist, soweit bekannt, das erste Mal, dass ein amerikanisches Museum deutsche Nachkriegsopfer in dieser Form dokumentiert.  

Rudolf Pueschel

 

 

                                              

 
5:21 pm pdt          Comments


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